Samstag, März 31, 2007

Fehlkauf? Produktwandel?

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Als ich eben die vor einigen Wochen gekaufte Packung neue Staubsaugerbeutel öffnete und reinschaute, formte sich in meinem Kopf die Frage, ob ich nicht aus Versehen eine Packung Windeln gekauft habe.

Freitag, März 30, 2007

Noch eine üble Abfuhr

Auf einem Ausflugsschiff im Doubtful Sound. Ich stand an Deck, ließ mir den Wind um die Nase pfeifen und versuchte, ein wenig Konversation mit der Amerikanerin neben mir zu treiben. Ich sprach sie an, sie sah seltsam gekränkt zurück und sagte:


"I'm going downstairs. Don't follow."


Blöde Kuh.

Mittwoch, März 28, 2007

Üble Abfuhr (selbst geflochtener, unverlangter Korb)

Ganz furchtbar ist der Tag, an dem man das erste Mal von jüngeren Leuten aus der eigenen Peer-Group gesiezt wird. Man möchte am liebsten sofort das nächstgelegenste Seniorenheim um Asyl bitten, zumindest aber zum Arzt rennen, um mit Vorsorgeuntersuchungen anzufangen, so alt kommt man sich dabei vor. Wenn dieses erste Gesiezt werden auch noch in einer Studentenkneipe passiert, kann einen das ganz schön verstören. Sollte das ganze auch noch -- um noch einen drauf zu setzen --- in einen Korb münden, denkt man an Spontansuizid. Wem das passiert ist? Ratet mal!


Georg und ich saßen im städtisch geförderten Veranstaltungszentrum unserer Universitätsstadt. Ja, genau, diesem Mischding aus Kneipe, Kulturhaus und Programmkino, das es überall gibt, wo es auch Rollenspielgruppen und lateinamerikanische Kulturvereine gibt. In unserem Fall war es die "Lagerhalle" in Osnabrück. Es war ein Abend, wie wir sie 1998/99 reichlich hatten: Wir tranken unsere Weizenbiere und erfreuten uns an den umherlaufenden jungen Damen. Die kleine rothaarige Kellnerin, die ich schon häufig mittags in der Mensa gesehen hatte, kam auf uns zu und stellte die böse, böse Frage:


Möchten Sie beide auch noch etwas trinken?


Das war's. Nichts würde mehr so sein wie vorher. Die kleine rothaarige Kellnerin hatte mich gesiezt. Wie ein Vorschlaghammer vor den vorderen Hirnlappen traf mich die Anrede im Plural der Dritten Person. Ich war so konsterniert, das mein Artikulator leichte Aussätze zeigte und ich wohl etwas undeutlich fragte:


Siezt Du mich auch in der Mensa?


Nur dass alle Anwesenden (Georg und -- vor allem -- die kleine rothaarige Kellnerin) verstanden haben:


Siehst Du mich auch in der Mensa?


Zuerst verstand ich nicht, warum Georg auf einmal mit offenem Mund dasaß und mich anschaute, als hätte ich gerade versucht, die kleine rothaarige Kellnerin anzugraben -- obwohl ich doch noch in den besten Händen war, damals. Es dämmerte mir, doch der Satz war gesagt und sie hatte mich auch falsch verstanden.


Sie war ebenfalls verblüfft. Fragte zurück:


Studierst Du auch?


Puh, da war es wieder, das "Du". Immerhin. Nichtsdestotrotz ging von da an alles den Bach runter:


Ja, Computerlinguistik.


Antwortete ich, in der vagen Hoffnung, noch etwas retten zu können. Doch das war müßig, das Urteil war gefallen:


Bäh!


sagte sie und verschwand.


Ich habe die kleine rothaarige Kellnerin danach natürlich noch häufig in der Mensa gesehen. Sie mich vermutlich auch. Doch nie hat sie ein freundliches Zeichen der Wiedererkennung von sich gegeben.


Irgendwann verließ ich die Stadt.

Dienstag, März 27, 2007

Kurzer Pausenfüller

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Alle, die gerade mal nichts zu tun haben, gehen mal gerade flott zum Geographie-Quiz bei der SZ rüber und versuchen, meine 454 km Abweichung zu schlagen!


High Scores bitte in die Kommentare!

Dave Chapelles Block Party: Bed Stuy -- Do Or Die

Bin schon ein wenig länger raus aus dem HipHop Geschäft. Nicht auf der aktiven Seite, auf einer Bühne stand ich nie (wobei: der Grieche und ich hatten in den Achtziger Jahren eine kick ass Kurtis Blow Imitation drauf: I was walking down the avenue the other day when I heard this crazy sound...), aber gehört habe ich viel HipHop. Anfang der Neunziger Jahre entdeckte ich die Beastie Boys abseits vom Partygegröhle und versank in Cypress Hill, House of Pain, Public Enemy und den anderen Bands, die damals viel gespielt wurden. Doch die Faszination am amerikanischen HipHop wich immer mehr dem Interesse an deutschem HipHop. Irgendwann war ich ganz raus und entdeckte andere Dinge. Wenn ich heute HipHop höre, ist es meistens, wenn irgendwelche Pseudo Ghetto-Kids mit plärrenden Mobiltelefonen in der U-Bahn ihre Gangsta Attitüde raushängen lassen. Das macht nicht viel Lust auf diese Musik.


Daher war ich ein wenig skeptisch, als mir die R. und der kleine Bruder unabhängig voneinander den Film Dave Chapelle's Block Party ans Herz legten. Am Samstag abend war es soweit: Amango hatte mir den Film dankenswerterweise schon kurz nach dem Erscheinen der DVD zugeschickt.


Der Komiker Dave Chapelle muss sich mit diesem Projekt einen Lebenstraum verwirklicht haben: Einen Tag lang die Crème de la Crème des HipHop in einer Seitenstraße in Bedford-Stuyvesant in Brooklyn zu versammeln und ein ganz fettes Konzert mit ungefähr 5000 Leuten zu veranstalten. Der Film dokumentiert die Vorbereitungen des Konzerts, holt die Bewohner des Viertels dazu, fängt die Stimmung hinter der Bühne ein und begleitet verschiedenste Leute aus Chapelles Heimatstadt Dayton, die er einlädt, nach New York zu kommen und dabei zu sein. Immer wieder eingesprenkelt werden kurze Comedy Nummern des Gastgebers.


So tauche ich per DVD in einen Tag in Bed Stuy ein; eine Gegend, die mir immer wieder auffällt, seit ich 1989 das erste Mal Spike Lees "Do the Right Thing" gesehen habe.


Funktioniert das? Was soll ich sagen: Genau so soll ein Konzert Film sein. Genau so soll eine Dokumentation sein. Genau so soll ein mit Musik unterlegter Comedy Film sein.


Und natürlich: Musik, Musik, Musik vom feinsten, weit abseits von einfachen Beatbox-und-Dicke-Eier-Gehabe: HipHop, Funk, Soul -- von allem soviel, das man einen Eindruck bekommt, ohne dass es eintönig oder zuviel wird. Das wird unterstützt vom intelligenten Schnitt, der auf Chronologie verzichtet, um neben der Musik auch immer wieder die Leute rund um das Konzert zu präsentieren: Musiker, Zuschauer, Nachbarn.


Die Party kulminiert in einer Wiedervereinigung der Fugees. Eine Überraschung für die Partygäste, denen das bemerkenswerte Ereignis als "alternative Lösung einer technischen Schwierigkeit" angekündigt wird. Da Lauryn Hills Plattenfirma die Rechte für die Stücke nicht geben wollte, hat sie kurzerhand die Band das erste Mal nach sieben Jahren auf der Bühne zusammengebracht. Die Begeisterung des Publikums sorgt sogar bei Leuten wie mir, die mit der Musik nicht mehr viel zu tun haben, für einen kalten Schauer über den Rücken. Nun freue ich mich auf die eben bestelle Mos Def CD und bin gespannt, ob ich mich noch ein zweites Mal für den HipHop begeistern kann.

Montag, März 26, 2007

In eigener Sache: Habe heute mein neues Mobiltelefon bekommen und bin nun wieder unter der bekannten Nummer erreichbar. Dieser Zustand wird nun hoffentlich ein wenig länge andauern. Wie ich mein Glück kenne, irgendwas zwischen zwei Wochen und einem Jahr.

Sonntag, März 25, 2007

Zeitumstellung nicht nur bei uns

Seit vor ein paar Wochen Skype in mein Leben getreten ist und immer läuft, wenn der Laptop läuft, ist mein Plan der weltumspannenden Kontrolle einen Schritt weiter gekommen: ich sehe, wer von meinen Buddys gerade Online ist.


Besonders merke ich das beim Freund B., der in Immer, wenn ich zwischen 20 und 20:30 Uhr am Rechner sitze, machte der Rechner in den letzten Wochen diesen typischen "Blubb" Sound, wenn B. ziemlich genau auf der anderen Seite der Welt sehr regelmäßig seine Tischlerwerkstatt betritt und seinen Rechner hochfährt. In den Monaten Oktober bis März sind es zwölf Stunden Zeitunterschied zwischen Mitteleuropa und Neuseeland, die Kiwis sind uns einen halben tag voraus.


Heute kam das "Blubb" erst um 22:06. Hm? Lang geschlafen, da unten? Nee, die haben ja auch Zeitumstellung, stellen von Sommer- auf Winterzeit zurück, während wir von Winter- auf Sommerzeit vorstellen. Somit sind es heute nur noch zehn statt zwölf Stunden Unterschied und B. ist ganz normal zur Arbeit gekommen.


Wer sich solche Dinge nur schlecht vorstellen und ein wenig Visualisierung von Helligkeit und Dunkelheit auf unserem Planeten braucht, sollte sich mal OSXplanet anschauen.

Abwerbung im Bewerbungsgespräch

Jeder, der um die Jahrtausendwende im IT-Bereich gearbeitet hat, besitzt seinen kleinen Fundus an Geschichten über die Skurrilitäten und den Irrsinn, der in dieser Zeit herrschte. Meine kleine Anekdote, die ich hier heute mal ausbreiten möchte, kommt aus einem Bewerbungsgespräch, das ich im Januar 2000 führte.


Relativ frisch nach dem Studium und unzufrieden mit der Gesamtsituation suchte ich nach örtlicher und beruflicher Veränderung. Da war es nur passend, dass die aufstrebende und reichlich mit Kapital ausgestattete Telekommunikationsfirma, für die mein Mitbewohner unter der Woche in Berlin arbeitete, dringend Leute im IT-Bereich suchte. Genauer gesagt: Einen Systemadminstrator.


Ein Bewerbungsgespräch war schnell organisiert. Mir saßen drei Mitarbeiter gegenüber, der federführende IT-Chef war von einer bekannten Beratungsfirma. Das Gespräch lief prima, wir wurden uns schnell einig, dass ich ein guter Kandidat für den Job wäre. Der freundliche IT-Berater-Chef bestand drauf, mich persönlich zur Straße zu bringen und mir zu zeigen, in welchem der benachbarten Gebäude mein Mitbewohner arbeitete.


Bei der kurzen Aufzugsfahrt nach unten gab's dann folgenden Dialog:


Er: Alexander, nachdem, was Sie eben alles erzählt haben, klingen Sie wie jemand, der gerne Leute anleitet, gerne Projekte macht, wie jemand, der gerne... berät.


Ich: Ja, das könnte ich mir schon vorstellen.


Er: Dann gebe ich Ihnen mal meine Visitenkarte. Wenn Sie mal in den Bereich reinschauen wollen, melden Sie sich doch bei mir.


Nach diesem wenig subtilen Abwerbeversuch unmittelbar nach dem Bewerbungsgespräch wusste ich, dass ich mir die Sache mit der Systemadministration nochmal gut überlegen sollte. Habe wenig später als Berater angeheuert. Aber nicht bei der Firma, die mir so unverblümt ans Herz gelegt wurde. Mit deren moralischen Standards wäre ich nicht zurechtgekommen.

Donnerstag, März 22, 2007

Spaß mit Kugeln

Beim ORION Erotik-Fachgeschäft auf der Fuhle gibt's zurzeit die Joy Balls recht günstig. Eigentlich uninteressant für mich, schon aus anatomischen Gründen kann ich mit vaginalmuskelstärkenden Kugeln nichts anfangen.


Innerlich lachen musste ich allerdings, als ich den Namen des Herstellers auf dem Plakat las: JOYDIVISION. Ob die Kugeln bei der Arbeit heimlich still und leise "Love Will Tear Us Apart" singen?

Dienstag, März 20, 2007

Der total wissenschaftliche USB Tassenwärmer-Test

Die A. hat mir etwas geschenkt: einen Tassenwärmer. Nicht irgendeinen, sondern -- dem Empfänger entsprechend völlig geekgemäß -- einen mit USB-Stromversorgung. Es gibt ja mittlerweile nichts mehr, was es nicht mit USB-Anschluss gibt. Bin spätestens seit der alljährlichen Dezemberlektüre des Pearl-Katalogs der Auffassung, dass USB nur in zweiter Linie ein Standard zur Datenübertragung ist. In erster Linie hingegen wird USB verwendet, um Gadgets mit Strom zu versorgen. Nicht viel Strom, das gibt die Spezifikation nicht her, wahrscheinlich nicht genug für ein Fondue-Set oder einen Grill. Zumindest aber eine Tasse und ihren Inhalt sollte man mit USB-geliefertem Strom warm halten können, oder etwa nicht? Ein Versuch soll es beweisen. Wie entwickelt sich die Temperatur von leciht erwärmten Wasser in einem beheizten Gefäß?


Habe mir folgenden Versuchsaufbau ausgedacht: Zwei Kaffeetassen werden mit 29° warmem Wasser gefüllt. Eine Tasse wird auf den vorgeheizten USB Tassenwärmer gestellt. Im Abstand von jeweils ca. 10 Minuten wird mit dem analogen Tee-Thermometer die Temperatur des Inhalts beider Tassen ermittelt. Durch die Verwendung von zwei Tassen sehen wir nicht nur den Wärmeffekt des Gerätes in absoluten Zahlen, sondern auch relativ zu einer nicht gewärmten Tasse. Das ganze findet nicht unter Laborbedingungen statt, aber für eine Indikation der Wirksamkeit sollte es reichen. Die Raumtemperatur beträgt 22°. Wer nach dem Luftdruck fragt, kann mir den Buckel runterrutschen; ich bin viel, aber kein Physiker.


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Der Versuch beginnt (man beachte die rote Aktivitäts-LED am Tassenwärmer):


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Nach ca. 20 Minuten un zwei Messungen beende ich den Versuch. Die Ergebnisse:







ZeitTasse (gewärmt)Tasse (Vergleich)
18:00 Uhr29,0°29,0°
18:11 Uhr27,2°26°
18:20 Uhr27,0°25°


Hm. 2° Unterschied zwischen beheizter und unbeheizter Tasse nach 20 Minuten? Ob sich das wirklich lohnt? Vielleicht dann doch lieber ein traditionelles Stövchen mit Kerze. Oder aber das Heißgetränk schneller trinken, damit es gar nicht erst kalt wird.

Montag, März 19, 2007

Revanchistischer Exkurs: Weltherrschaft in der Touristikbranche

Die deutsche TUI will mit der britischen First Choice fusionieren, nachdem letzte Woche die Karstadt-Tochter Thomas Cook ankündigte, mit der ebenfalls britischen Mytravel zusammengehen zu wollen. Damit sollten deutsche Reiseunternehmer die Regeln am Markte weitestgehend diktieren können.


Damit gelingt uns endgültig, wonach wir seit Jahren streben: Deutsche Vorherrschaft an allen Hotel-Swimming Pools der Welt. Nie wieder britische Handtücher auf von uns kontrollierten Liegestühlen! Yeeesssss! Jawoll!

Sonntag, März 18, 2007

Einmal Mond und zurück

Laut der Samstagsausgabe des Wissenschaftsfachblatts BILD, haben deutsche Wissenschaftler beschlossen, dass auch wir jetzt bald mal zum Mond fliegen müssen. Die Schlagzeile "Hurra, wir Deutsche fliegen zum Mond" ist so maßlos bräsig, dass ich nicht weiß, ob ich darüber lachen oder weinen soll. Vermutlich eher weinen.


Als ob unser so empfindliches nationales Seelchen es so dringend nötig hätte, irgendwas auf den Mond zu schießen. Aber gut, nehmen wir das mal als gegeben an. Dann hätte ich eine ganz große Bitte an das DLR: Bitte in der Kapsel einen Platz für Kai Diekmann reservieren. Nur der Hinweg bitte, zurück kann man ja ein paar Gesteinsbrocken mitnehmen.

Samstag, März 17, 2007

Der TKKG weine ich keine Träne hinterher

Vor einer Woche verstarb der TKKG Autor Stefan Wolf. Mir hat diese Serie ja nie großartig zugesagt. Das war alles zu glatt, zu steril. Kein Vergleich zu den ???, die mit ihrem im Schrott verborgenen Wohnwagen und dem Dauerabo auf einen Rolls-Royce einen Stilvorsprung hatten, den die verknarzten Jungspießer von TKKG niemals erreichen konnten.


Außerdem -- und das war für mich wirklich das entscheidende -- habe ich nie verstanden, wie diese Jugendlichen bereits mit 13 Jahren in die 9. Klasse gehen konnten. Im Rahmen einer normalen deutschen Schulkarriere (Einschulung mit sechs Jahren) wird man in der 9. Klasse 16. Sowas von unglaubwürdig...

Freitag, März 16, 2007

Es wird Frühling, die Telefone werden flügge

Dringend für 2008 merken: Ab Mitte März besonders gut auf das Mobiltelefon aufpassen. Nachdem mir im letzten Jahr ungefähr um dieselbe Jahreszeit zwei Mobiltelefone verloren gegangen sind, ist mir das gleiche heute wieder passiert.


Also: Same procedure as last year. Ihr wisst ja, wie's geht: Bitte vorerst keine SMS oder Anrufe an die bekannte Nummer. Wir melden uns, sobald der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt ist.


Sollte jemand ein ein T610 oder T630 herumliegen haben, das er nicht mehr braucht, freue ich mich über eindeutige Angebote...

Am schnellsten nach Neuseeland?

Habe gerade eine faszinierende Website gefunden: If the Earth were a sandwich. Für alle, die immer schonmal genau wissen wollten, was sich auf der anderen Seite der Welt befindet. Sehr praktisch.


Der kürzeste Weg zu meinem Freund B. ist also, von Córdoba in Spanien aus über die A431 nach Westen zu fahren, bis in den kleinen Ort Posadas. Dort ein wenig westlich vom Zentrum einfach nur noch buddeln, buddeln, buddeln, und -- kaum dass ich mich versehe -- stehe ich beim alten Kindergartenfreund im Garten.

Donnerstag, März 15, 2007

Ungewohnter Apple Fanboy-ism in diesem Blog

Heise berichtet, dass der Zune Player von Microsoft nun auch nach Deutschland kommt. Spontaner Gedanke: Kann ihn bitte jemand vom Flughafen abholen? Aber nur, wenn's keine Umstände macht. Danke.

Mittwoch, März 14, 2007

Wie ich mal fast auf die Fresse gekriegt hätte

Was man gar nicht möchte und was mir nach den Jahren im Rückblick völlig skurril vorkommt, war der Anruf, den ich am Morgen nach der ersten Nacht mit ihr entgegennahm. Ungewöhnliche Zeit, morgens um sieben, den jungen Mann am anderen Ende kannte ich nicht. Sie schon: es war ihr Ex-Freund, von dem sie sich vor ein paar Wochen getrennt hatte. Er wohnte im selben Studentenwohnheim wie sie, konnte von seinem Zimmer aus ihres sehen und war die ganze Nacht vor Sorge zerfressen, weil bei ihr das Licht den Abend über nicht an- und später wieder ausgegangen war. Irgendwoher hatte er meine Nummer organisiert und erkundigte sich morgens nach ihrem Wohlbefinden. Habe den Hörer weiter gereicht.


Ein paar Wochen später wollte ich sie bei ihren Eltern besuchen, besorgte mir über das Schwarze Brett eine Mitfahrgelegenheit in ihre Stadt. Der Fahrer sagte beim Losfahren, wir müssen noch einen Mitfahrer abholen, er wohne in dem Studentenwohnheim in der Nähe. Es war ihr Studentenwohnheim. Mir schwante Übles. Der Ex-Freund kam auch aus ihrer Stadt, fuhr auch häufig am Wochenende nach Hause.


Wie sollte es anders sein: Kaum, dass wir es uns versahen, saßen wir -- nur getrennt durch eine dritte Person -- auf der engen Rückbank eines Golfs oder Polos oder so. Wir kannten uns offiziell nicht. Er sah mich, ihm fiel einiges aus dem Gesicht und nannte den anderen seinen Namen. Ich sagte so etwas wie "Wir haben ja schonmal miteinander telefoniert". Mir wurde später zugetragen, dass mir auch nur ein einziges weiteres Wort eine Tracht Prügel eingebracht hätte. Glück gehabt. Glück auch, dass der Fahrer -- der nichts von der Delikatheit der Situation ahnte -- nicht so etwas sagte wie "Oh, Alexander fährt auch in Deine Stadt. Er besucht seine Freundin dort." Eieiei.

Dienstag, März 13, 2007

Jung! Attraktiv! Intelligent!

Dank der Süddeutschen Zeitung strotze ich heute vor Selbstbewusstsein:


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(c) Süddeutsche Zeitung


Jung, Attraktiv, Intelligent seien die Attribute, die man mit diesem Namen verbinde, so irgendeine Studie.


Weitere 59 Namen sind in dem Artikel aufgelistet. Nicht aufgelistet sind Namen wie Kevin, Pascal, Jacqueline oder MandySandyCandy. Aus Rücksicht?

Samstag, März 10, 2007

Samstag in Paris

Heute war der erste warme Tag des Jahres. Das ist immer ein besonderer Tag, wenn ich ohne Jacke herumlaufen kann und die Sonne mir den Pelz wärmt. Den ganzen Tag strahlend blauer Himmel, gefühlte 20 Grad in der Sonne. Dass mein Bruder und ich diesen Tag gemeinsam bei unserem Vater und seiner Freundin in Paris verbringen können, ist ein ganz besonderes Schmankerl. Das haben wir fein ausgenutzt: Zu Fuß durch das Quartier Latin, am Centre Pompidou vorbei, zu Les Halles und über die Rue Montmartre durch das neunte Arrondissement bis hoch zu Sacré Coeur und von dort aus wieder herunter zum Louvre.


Am frühen Abend habe ich mit meinem Vater noch eine Tour gemacht, um die neue Straßenbahnlinie an der südlichen Peripherie auszuprobieren. Warum ich in Paris Straßenbahn fahre? Ist eine lange Geschichte. Dazu ein anderes Mal. Bin dafür aber dieses Mal erstaunlich wenig Métro gefahren. Nun ist es wie immer bei meinen Städtetouren: Ich renne den ganzen Tag herum und bin abends viel zu müde, um nochmal vor die Tür zu gehen und das Nachtleben auszuprobieren.


Daher hier nur ein paar Fotos vom Tage:


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Rue de Rivoli, entlang der Tuilerien.


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L´opéra. Strahlend hell.


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Hier sichert jemand seinen Besitzstand. So ein Einkaufswagen kostet ja auch einen Euro.

Le Barmblog visite Paris

Statt der Miszellaneen zwischen Fuhle und Stadtpark gibt es dieses Wochenende Vermischtes zwischen Rue Monges und Jardin du Luxembourg. Stay tuned.


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Frühstück im 5. Arrondissement.


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Hinterhof in der Rue Lacepède


Kinder, der Frühling hängt in der Luft. Auf in die Stadt!

Donnerstag, März 08, 2007

Musiktipp

Ganz angetan bin ich vom neuen Album "Allee Sorgenlos" der Hamburger Band "Ich Jetzt Täglich", die ich vorletzte Woche bei Kaffee.Satz.Lesen gehört habe. Schöne Schrammelmusik, die mit einer instrumentalen Besonderheit aufwartet: Eine Geige ist dabei. Ganz erstaunlicherweise passt dieses ungewöhnliche Instrument sehr gut zu der Musik. Sie spielt keine extra-exponierte Rolle, so wie "Hey, wir haben eine Geige und ihr nicht (gefolgt von einem zehnminütigen Geigensolo)". Dabei geht sie auch nicht unter wie "Der xy möchte auch in der Band mitspielen, aber der spielt nur Geige". Ganz im Gegenteil: Ich frage mich, wie andere Bands ohne Geige auskommen.


Total irritierend ist nur, dass die Schlussgeräusche von "Wem gehört die Stadt" zu einer S-Bahn gehören. Eine leise S-Bahn beim Bremsen. Da es sich um eine Hamburger Band handelt, ist es praktischer- und authentischerweise natürlich eine Hamburger S-Bahn, ich tippe auf die Baureihe 474 (au verdammt, jetzt habe ich mich verraten). Dieses Geräusch löst bei mir nahezu reflexartiges Losrennen aus, denn ich könnte diese Bahn ja verpassen. Oder aber, als ich diese Stelle auf dem Weg nach Hause beim Einbiegen in meine Straße hörte, zu großer Verwunderung: Ist mein Gehör besser geworden, dass ich von hier aus trotz Kopfhörer die S-Bahn hören kann?


Zurück zur Musik: Ja, klasse, macht ganz viel Spaß. Sehr schöne Stimme, gut instrumentierte Lieder. Ich mag hier gar nicht in die "Die klingen wie abc gemischt mit xyz"-Kiste greifen, das raubt den Bands immer ihre Eigenständigkeit. Es sei gesagt, dass man ihnen ihre Herkunft aus der Hamburger Musikszene schon deutlich anmerkt. Mir gefällt's prima.


Ein kleiner Wermutstropfen ist die Aufnahmequalität: die variiert doch ein wenig auf der Platte. Bei Stücken wie "Ja und Amen" oder "Allee Sorgenlos" habe ich das Gefühl, eine sorgfältige Bühne vor mir zu haben: Die Musiker sind schön zu orten, die Instrumente sind präsent und gut unterscheidbar. Der erste Track "Yeah" klingt hingegen eher wie durch's Telefon aufgenommen und von Franz Ferdinand abgemischt. Aber das ist ein Detail, das den Spaß an der Musik nur für Ohren trübt, die gerne auf so etwas achten. Also meine.

Dienstag, März 06, 2007

Wo ist oben in Köln?

Vor einigen Wochen berichtete ich über den Kaffeeautomaten in der DB Lounge am Kölner Hauptbahnhof. Während mir diese Episode als liebenswerte Schrulle im Gedächtnis blieb, lieferte mir die kleine Schwester gestern ein verstörendes Indiz, das mich vermuten lässt, dass der Kölner mit Kaffeeautomaten im allgemeinen überfordert ist. Oder kann er einfach oben und unten nicht auseinanderhalten?


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"Bitte die Becher nicht falsch herum reinsetzen!" steht auf dem Schild, das die Schwester im Kölner Standesamt fotografiert hat. Das gibt mir jetzt arg zu denken. Bevor ich mich also zu Kommentaren über die Kölner hinreißen lasse, für die ich mir als gebürtiger Düsseldorfer nicht nur Schadenfreude sondern auch revanchistisches Gedankengut vorwerfen lassen muss, frage ich hier zur Sicherheit in die Runde, ob jemand schon in anderen Städten als Köln solche Warnhinweise gesehen hat. Gerne mit Foto, übrigens. Was natürlich noch viel besser wäre, sind weitere Indizien aus Köln, die meinen Verdacht erhärten.

Sonntag, März 04, 2007

3:0! 3:0 3:0!

Ach, liebe Hertha II, nur der Vollständigkeit halber erinnere ich nochmal an meinen Kurzbericht vom August 2006. Gestern war das Rückspiel und wir hatten dreimal die Gelegenheit, unseren Song 2 zu hören -- und zwar richtig ein- und ausgeblendet.


Eins aber musst Du mir noch erklären: Warum habt Ihr keine Unterstützer ans Millerntor geschickt? Hat mein kleiner Bruder etwa Recht mit seiner Behauptung, dass dieser Verein gar keine richtigen Fans hat, sondern die 200 Leute, die üblicherweise zum Heimspiel ins Jahn-Stadion kommen, gemietete Fans sind? Tut mir ja leid, das sagen zu müssen: You do walk alone.

Weswegen mir Konzerte immer weniger wichtig werden

Vor zwei Wochen haben Nouvelle Vague mal wieder in Hamburg gespielt, im Übel&Gefährlich im Bunker an der Feldstraße. E. und S. waren dabei, genauso wie ein paar Kollegen von E. Sehr angenehme Zusammenstellung von Leuten. Wir waren aber nicht die einzigen, das Konzert war ausverkauft. Nouvelle Vague könnten mittlerweile vermutlich auch noch größere Hallen füllen, aber für diese Musik braucht es dringend die Atmosphäre eines Clubs. Schon das Übel und Gefährlich ist eine Nummer zu groß, um die richtige Stimmung zwischen Musikern und Publikum zu erzeugen.


Die Musik war großartig. Die Show war exzellent. Zwar alles nicht mehr so intim wie im Knust im Dezember 2004, aber sehr energetisch. Als Melanie Pain allein für mich "In a Manner of Speaking" sang, hätte ich sie vom Fleck weg heiraten können. Ach...


Obwohl das Konzert nahezu alles richtig gemacht hat, merke ich doch, dass mir Konzerte immer weniger zusagen. Doofe Erkenntnis, da es früher für mich immer einer der großen Höhepunkte war, eine verehrte Gruppe live auf der Bühne zu sehen. Doch trotzdem gibt es ein paar Faktoren, die ich bei Konzerten einfach extrem störend finde.


Je größer der Veranstaltungsort, desto größer ist beispielsweise die Gefahr, dass Teile des Publikums die dargebotene Musik eher als Hintergrundberieselung verstehen, denn als zentrales Element des Abends. So wie zum Beispiel die beiden Kackbratzen links neben mir, die sich in unkonzertgemäßer Lautstärke über das Wochenende und die Beschwerlichkeit der Anfahrt unterhalten mussten. Das löst Unverständnis in mir aus. Zorn hingegen löst es aus, wenn Bratze Nr. 1 zusätzlich seine leeren Bierflaschen mangels einer geeigneten Abstellfläche aus Hüfthöhe auf den Boden fallen lässt. Mal vom Geräusch abgesehen, ist es einfach ätzend, in einem übervollen Club solche Dinge auf dem Boden herumliegen zu haben.


Eine Variation von Unterhaltungskonzertgästen sind Mitsing-, Klatsch-, Pfeif- und Schreigäste. Bin ich einfach nur langweilig und stockspießig, wenn ich bei einem Konzert nicht aus mir herausgehe und mit jeder Pore meines Körpers meiner Umwelt beweise, wie toll ich die Musik finde? Oder ist mein Genervtsein vielleicht verständlich, wenn bei den umwerfenden Schlagzeug- und Beckenarrangements der Nits bei "Sketches of Spain", bei denen es mir jedesmal kalt den Rücken herunterläuft, neben mir auf einmal die Ökomutti anfängt, mitzupfeifen? Muss man Melanie Pain, kaum, dass sie den letzten Ton hat verklingen lassen, ein "You are so great" entgegenbrüllen, wie vor zwei Wochen? Vielleicht kann man auch den Zauber dieser Stimme noch einen Moment auf sich wirken lassen. Ein wenig Demut vor großer künstlerischer Leistung wäre angebracht. Ist das zuviel verlangt von Leuten, die ihre kulturelle Sozialisation bei "Kult-Mega-Events" gewonnen haben, bei denen es ohnehin nicht auf die gebotenen Inhalte ankommt, sondern nur, dass man dabei war und diese Tatsache allein schon feierwürdig erscheint?


Außerdem sind mir Konzerte mittlerweile schlichtweg zu laut. Ohne Hörschutz geht es nicht. Seit ich aber vor einem Jahr meine hochspeziellen High-End Ohrstöpsel verloren habe und seitdem wieder auf die einfachen gelben Schaumstoffpfropfen umgestiegen bin, kann die Anlage im Saal noch so gut ausgesteuert sein -- es klingt einfach furchtbar. Aber ohne Schutz im Ohr geht gar nicht. Das ist schade.


Umso glücklicher bin ich, dass es in dieser Stadt auch Veranstaltungen wie das hoch geschätzte Kaffee.Satz.Lesen gibt, wo Leute mit ausreichend Feingefühl zusammenkommen und die -- wie die beiden letzten Lesungen gezeigt haben -- auch Platz für musikalische Beiträge bieten.

Freitag, März 02, 2007

Der Hochbahn kann es nicht schlecht gehen

Eins der wohlhabendsten Unternehmen in der Freien und Hansestadt Hamburg ist zweifelsohne die Hamburger Hochbahn AG. Zumindest investiert sie viel Geld in ihren Fuhrpark. Eine Menge Geld wird für Busse und Bahnen ausgegeben, aber auch für andere Dienstfahrzeuge ist eine Menge Geld da.


Regelmäßig steht in der Burchardstraße, direkt am Hochbahnhaus, ein Exemplar der Mercedes CL-Klasse (soweit mein Laienauge das richtig einordnet). Ein elegantes Fahrzeug, bestimmt nicht billig. Auf dem Armaturenbrett liegt üblicherweise gut sichtbarer Zettel mit dem Siegel der Hochbahn und der Aufschrift "Störungsdienst". Der Wagen steht übrigens immer im eingeschränkten Halteverbot.


Erklären muss man mir nur mal, weswegen die Hochbahn als städtisches Unternehmen ihr Dienstfahrzeug vom Störungsdienst in Ratzeburg angemeldet hat. Ist es nicht steuerlich sinnvoller, den Wagen in Hamburg anzumelden?

Donnerstag, März 01, 2007

Fotografie für Anfänger

Vor einigen Jahren saß ich mal mit dem dümmsten Menschen der Welt in einem Raum. Der Raum war das Planetarium im Deutschen Museum in München. Ich war nicht alleine da, ganz im Gegenteil -- der Raum war pickepackevoll mit italienischen Jugendlichen, die offenbar auf Klassenreise oder Jugendreise oder sonst wie unterwegs waren.


Die Vorstellung wurde dadurch ein wenig anstrengend. Nach der "da ich die Sprache eh nicht spreche, kann ich mich auch laut in meiner eigenen unterhalten, wird schon niemanden stören"-Phase kam die "Oh, das Sternbild sieht aus wie ein Penis"-Phase mit dem passenden Gekicher. Nervig, aber sie wurden ruhiger als sie merkten, dass sie die Mädchen in ihrer Gruppe damit auch nicht besonders beeindrucken konnten.


Ab dann scheint es ihnen gefallen zu haben. So sehr, dass einer von ihnen die Sterneneffekte im Bild festhalten wollte. Er nahm den Fotoapparat, hielt die Kamera nach oben und löste aus. Mit Blitz. Das Universum wurde für einen Augenblick in seinen Grundfesten erschüttert.


Das fassungslose Gesicht des Vorführers, als er die Vorstellung kurz unterbrach und das Licht anschaltete, werde ich nicht vergessen. Er meins, wenn er in meine Richtung geguckt haben sollte, vermutlich auch nicht.