Sonntag, Februar 11, 2007

Zugbloggen

Freitag Nachmittag, 16:50 im IC von Hamburg nach Düsseldorf, als ich den Mann, der sich vor mir auf meinen reservierten Platz setzt, darauf hinweise, dass er direkt wieder aufstehen kann: "Ach, der Platz ist reserviert? Na dann setze ich mich auf meinen Platz." (Es ist Freitag nachmittag!)


In Bremen zeigt ein Zugestiegener auf die Reservierungsdisplays: "Wenn hier steht, 'Bremen -- Münster', heißt das, dass der Platz dann reserviert ist?"


Schlimmer als Zwölftonmusik: "Du, ich sitz jetzt im Zug."


Können wir die Unterteilung in 1. Klasse und 2. Klasse bitte ersetzen durch "Klasse für Leute, die regelmäßig Zug fahren und wissen, wie man sich im Zug verhält" und "Neulinge und Seltenfahrer, denen man alles erklären muss"?

Kommentare:

Eckart hat gesagt…

"betreutes zugfahren" ist das Stichwort. Ich stelle mir eine Bahnbegleiterin vor, die den Bahn-i-Dötzchen mit ausladenen Gesten beschreibt, was "ggf. freigegeben" bedeutet und dass die grossen Gepäckstücke nicht zwangsläufig im Gang untergebracht werden müssen.

Alexander hat gesagt…

Gute Idee. Bei der Lufthansa gab es gaaaanz früher solche orangenen Umhängetaschen (eher: überdimensionale Brustbeutel), mit denen die "unaccompanied minors" gekennzeichnet wurden. Damit erfährt man eine Sonderbehandlung, wie ich sie seit damals nicht mehr erlebt habe: Business Upgrade für lau, eine persönliche Stewardess, Begleitung bis in die Zollabfertigung. Toll.

Aber davon abgesehen: Mit der Formulierung "ggf. freigeben" hat sich die Bahn keinen Gefallen getan. Bis der Zugneuling das Konzept der Expressreservierungen verstanden hat, steht er vor diesem Schild wie ich vor dem Ohmschen Gesetz. Und kapiert die Welt nicht mehr.

Georg hat gesagt…

Eckart: Lustiger Zufall, gestern in Heidelberg habe ich eine Kneipe namens "Betreutes Trinken" gesehen. :-)

Achim hat gesagt…

Ich schlage ebenfalls extra ZugTÜREN für Bahn-i-Dötzchen vor:
Für Leute, die
1) sich mindestens 15 Minuten vor Einfahrt in den Zielbahnhof als allererste an die Tür stellen, dann
2) zu doof sind, den Türgriff zu bedienen (besonders bei den alten Nahverkehrswagen) und demnach die Tür, vor der sie blockerienderweise als allererste stehen, nicht aufkriegen,
und schlußendlich
3) aus dem Zug aussteigen - und DIREKT vor der Tür mitsamt ihrem Koffer erst einmal stehenbleiben um sich zu orientieren. Und sich wundern, daß die 15 Leute hinter ihnen den Zug auch noch verlassen wollen...
Alle diese Leute bitte zu der großen Tür am Zugende, die von außen duch die roten Lampen markiert ist...

kleiner bruder hat gesagt…

ich würde einen lehrgang empfehlen: für all die schwer atmenden bahntouristen, die es schaffen, sich beim durchqueren des waggons an JEDER rücklehne festzuhalten und sich so wankend mit ihrer hüfte an meine und andererleuts schulter anzuschmiegen. brrr!

Alexander hat gesagt…

Achim: Die Leute unter 3) sind nicht nur im Zug nervig, sie treten auch gerne in größeren Gruppen am Ende einer Rolltreppe auf.

Kleiner Bruder: Du meinst die, die -- statt sich auf dem Bahnsteig in etwa an die richtige Tür zu stellen -- einmal durch den Zug laufen, auf dem Weg zu ihrem Platz? Ob die wohl glauben, dass der Weg im Zug kürzer ist als der Weg über den Bahnsteig?

der Ösi-Cousin hat gesagt…

Scheint ein bundesdeutsches Phänomen zu sein, wir Österreicher haben da keine Probleme... einsteigen, hinsetzen wurscht wo, aussteigen. Mal schauen, ob's so einfach weitergeht, wenn uns Millionen deutscher Möchtegernmedizinstudenten in den Zug fallen.