Freitag, September 15, 2006

Meine neue Osteopathin (seufz)

Gestern habe ich etwas Neues ausprobiert: Die Behandlung bei einer Osteopathin. Ich habe keine Lust mehr auf meine ständig verspannten Schultern und die regelmäßig daraus resultierenden Kopfschmerzen. Bevor jetzt einer mit Hinweisen wie "Sport treiben hilft" kommt, sei gesagt, dass ich mich sehr wohl sportlich betätige. Trotzdem sitze ich viel zu viel an diversen Schreibtischen und das wirkt sich nicht positiv auf Skelett und Muskulatur aus.



Beeindruckt durch die Erfahrung des Verlobten der kleinen Schwester habe ich mich auf die Suche nach einem Osteopathen in Hamburg gemacht. Eine geeignete Auswahl war schnell zusammengegooglet und eine Website sprach mich besonders an: Gefälliges Design, informative Texte und auch mein Esoterik-Detektor bewegte sich tief im grünen Bereich. Außerdem war das Foto der Heilpraktikerin rattenscharfsehr ansprechend. Schnell anrufen und einen Termin vereinbaren, bevor die unmittelbare Energie des Aktionismus wieder verfliegt.



Ich saß im Vorraum der Praxis, als auf einmal ein absolut engelsgleiches Wesen die Tür aufmachte, auf mich zukam und mir die Hand entgegenstreckte:




Sie: Sie müssen Alexander sein.


Ich: Örks..argl...dummdidumm... Ja.


Sie: Warten Sie doch noch, bis die Patientin aus dem Raum kommt, dann können Sie schonmal reingehen.


Ich: Örks..argl...dummdidumm... Ja.




Ab diesem Moment Moment war ich beseelt von einem einzigen Gedanken: Wie zum Teufel soll ich es schaffen, nur in Unterhose bekleidet vor dieser Frau zu stehen, ohne sie merken zu lassen, welchen Effekt sie auf mich hat?



Was bei der Untersuchung noch ganz gut ging (da wird ja nur aus sicherer Entfernung betrachtet), war bei der anschließenden Behandlung, ein derber Test meiner Willenskraft. Dank des Käfers an der Decke, auf den ich mich während der Behandlung voll konzentrieren konnte (Da ist ein Käfer an der Decke, da ist ein Käfer an der Decke, da ist ein Käfer an der Decke, da ist ein Käfer an der Decke...), gelang es, meine Aufmerksamkeit von den Händen, die meine Schultern und meinen Rücken durchkneteten, wegzulenken. Und auch das gelegentliche Entlangstreifen meines Arms ("Es ist wichtig, dass Sie diesen Arm passiv halten.") an ihrem weit fallenden Polohemd habe ich gut überstanden. Immerhin war da ja dieser dicke, schwarze Käfer an der Decke.



Die Behandlung dauerte etwa eine halbe Stunde. Wow, hat das gutgetan. Die oberen Halswirbel bewegen sich langsam wieder auf ihre Soll-Stellung zu und ich habe die Hoffnung, dass sich dadurch die Verspannung in meiner Schulter löst.



Sie machte mich noch darauf aufmerksam, dass ich an den nächsten beiden Tagen so etwas wie Muskelkater, der aber keiner ist, erwarten könne (Notiz von heute: check!) und dass sie mir empfiehlt, weitere sechs bis acht Behandlungen zu machen.



Wir sehen uns nächste Woche wieder. Hoffentlich ist dann der Käfer noch da.

Kommentare:

die kleine Schwester hat gesagt…

Lustig, lustig. Du könntest doch nächste Woche einfach eine von den toten Fliegen von Deiner Fensterbank mitnehmen.
Wie Du sie an der Decke befestigen sollst?
Da fällt uns bestimmt noch was ein.

Alexander hat gesagt…

Sehr gute Idee. Aber Du wirst lachen: Ich habe seit Wochen schon keine fette Fliege mehr am Fenster gehabt. Folglich auch keine tote Fliege auf der Fensterbank. Aber bis nächste Woche Freitag ist ja noch eine Menge Zeit, vielleicht findet sich bis dahin ja noch ein Exemplar.

Ich übe am besten schonmal, damit mein Spruch nicht unnatürlich wirkt:

"Können Sie gerade mal die Behandlungsliege so hoch fahren wie's geht, damit ich meine Fliege oben an die Decke setzen kann? Neinnein, die ist nicht tot, die schläft nur."

Torsten hat gesagt…

Da ist ein Käfer an der Decke ? Du liegst also auf dem Rücken? Oder kannst Du wie eine Eule Deinen Kopf um 180° Grad drehen.

Und die Verspannung in den Halswirblen war also weg. Aber dafür hast Du wohl eine Spannung in tieferen Regionen mitgenommen.

Folgenden Tip für Dein Problem:
Trage einfach ein Suspensorium. Man kann das Suspensorium sehr gut fixieren und es lässt keine Schwellung zu.