Donnerstag, Juli 06, 2006

Danke, Herr Getränkelieferant!

In dem wunderschönen Bürogebäude, in dem mein Arbeitgeber mit seiner Hamburger Geschäftsstelle residiert, gibt es einen Paternoster. Obwohl diese Art von Fortbewegungsmitteln etwas aus der Mode gekommen sind, ist es doch eine ungemein praktische Methode, sich zwischen verschiedenen Stockwerken im Gebäude zu bewegen. Für zwei oder drei Etagen lohnt es sich nicht, auf den richtigen Fahrstuhl zu warten und für die Treppe bin ich oft zu faul.



So ein Paternoster ist auch gar nicht so schwer zu benutzen. In den ersten Tagen brauchen neue Kollegen ein wenig Konzentration, um den Ein- und Ausstieg aus der sich bewegenden Kabine elegant hinzukriegen. Etwas hektisch ist es, wenn zwei Auf- oder Absteiger gleichzeitig die Kabine betreten oder verlassen wollen. Dann ist ein wenig Koordination erforderlich, damit nicht einer einen sehr großen Schritt machen muss. Trotz allem: Ein enorm praktisches und einfaches Transportmittel.



Man muss sich allerdings an einige Regeln halten. Das Gerät ist definitiv nicht für Rolli-Fahrer oder Lastentransporte geeignet. Um das herauszufinden, muss man kein Genie sein -- aber selbst für Mitmenschen, die sich berechtigte Hoffnung auf einen Darwin Award machen können, ist gesorgt: Große Schilder auf jeder Etage und auf den Panelen zwischen den Kabinen weisen extra darauf hin, dass keine Lastentransporte durchgeführt werden dürfen.



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Insofern einen ganz großen Applaus an den Getränkelieferanten, der es am Montag geschafft hat, den Paternoster mit seiner Sackkarre außer Betrieb zu setzen. Wie mir die liebreizende Kollegin A. heute erzählte, wurde sie von großem Krach aus dem Treppenhaus von ihrem Arbeitsplatz weggelockt. Im Treppenhaus sah sie, wie der Getränkelieferant im Paternoster hinter seiner Sackkarre eingeklemmt war. Der Paternoster war zum Stillstand gekommen, nachdem sich die Gabel der Sackkarre, die vorne aus der Kabine herausragte, unter einem Stockwerksboden verkeilt hatte. Einer der Getränkekästen hat sich gelöst und ein Loch in die (denkmalgeschützte?) Rückwand geschlagen.



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Wahrscheinlich muss von einer kleinen Aufzugsmanufaktur im Erzgebirge ein Motor in Handarbeit gebaut werden, die Dinger werden ja nicht mehr in Serie hergestellt. Mein Tipp ist, dass ich bis Oktober wieder Treppen steigen darf. Danke, Herr Getränkelieferant!

Kommentare:

Regine hat gesagt…

Autscha!

Georg hat gesagt…

Zu faul, die Treppe zu nehmen? "Jeder Gank macht schlank", wie meine Mutter an dieser Stelle sagen würde. Außerdem habe ich mich beim Lesen des wunderbaren Wortes "Fortbewegungsmittel" gefragt, ob der Automobilhersteller Ford in seiner Werbung schonmal "Ford-Bewegungsmittel" verwendet hat. Falls nicht, Ford, kann meine Bankverbindung per Mail erfragt werden.

hajo hat gesagt…

Tja, und dabei wär's so einfach gewesen:
Zum Beispiel bei 6 Getränkekästen einfach 6 Kollegen in den Paternoster springen lassen. Nach dem der erste nach einer vollständigen Runde wieder erscheint, wirft ihm der Herr Getränkelieferant einfach schnell eine Kiste Sprudel rein, die nächste Kiste dem nächsten Kollegen und so fort. :-)