Montag, Oktober 16, 2006

Québec: Je me souviens

Bin wieder da! So lang der Tag auf dem Hinflug nach New York war, so kurz war die Nacht mit dem Rückflug aus Montreal. Aus sechs mach zwölf Stunden, und obwohl ich den Tag über einigermaßen wach war, schlägt jetzt, am frühen Abend, die Müdigkeit der Zeitverschiebung zu.


Worauf blicke ich zurück? Zwei ganz tolle Wochen in sehr unterschiedlichen Städten mit vielen wunderbaren Leuten, die mich sehr herzlich aufgenommen haben. Nach der Woche in New York bin ich nach Montreal weitergereist und habe dort intensivst Familienleben mitbekommen. Ist ja nicht gerade so, als ob es im Freundeskreis gar keine Familien mit Kindern gebe, aber eine ganze Woche am Stück in eine Familie eingebettet zu sein, hatte ich schon lange nicht mehr. War sehr, sehr schön bei Euch! Ich erinnere mich gerne an die Zeit mit Euch vieren.


Montreal ist eine sehr interessante Stadt: Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Stadt ihre große Zeit irgendwann in den Sechziger und Siebziger Jahre hatte. Ein enormer Bauboom hat die Stadt mit Beton zugeschüttet, was heute furchtbar altmodisch und bedrückend wirkt. Dafür hat sich aber an anderen Stellen eine unglaublich lebendige Szene entwickelt, was sich punktuell in Unmengen höchst einladender Cafés niederschlägt. Passend dazu gibt's viele junge Leute, die alle ausgesprochen freundlich und gutaussehend waren. Klingt schmalzig, ist aber so.


Dazu kommt, dass ich die beste Jahreszeit für einen Besuch in Québec getroffen habe: Schon ausreichend kalt für eine ausgeprägte Laubfärbung, aber noch warm genug, um halbwegs leicht bekleidet auf die Straße geheen zu können. Zumindest an den ersten Tagen, danach habe ich mir eine dicke Erkältung eingefangen.


Bei Gelegenheit gibt's noch ein paar Fotos, jetzt muss ich zur Besichtigung der neuen Wohnung des nicht mehr ganz so treuen Lesers an der Fuhle, der seit drei Tagen nicht mehr an der Fuhle wohnt.

Kommentare:

Regine hat gesagt…

Du bist wieder da! Herzlich willkommen! Ich hoffe, dass man bald mal einen Live-Bericht bekommt. Wäre schön. Jetzt komm aber erstmal an und erhole Dich vom Jetlag. Und E. und S. wohnen nicht mehr in Deiner Nähe? Was für ein Verlust. Grüss schön!

Philipp hat gesagt…

Auch wenn Du einen nicht mehr so treuen Leser hast, Du hast einen neuen gewonnen. Wenn Du alter Angeber aber mit diesem französischem Quatsch weitermachst, bist Du mich bald wieder los. Ist halt unbefriedigend, jedes Wort außer "je" und "me" nachschlagen zu müssen ;-)

Alexander hat gesagt…

Philipp: Mein Franzöisch ist auch eher mittelmäßig. Der Spruch "Je me souviens" ist der Spruch, der auf jedem Nummernschild in Québec steht. Es bedeutet: "Ich erinnere mich" und die Interpretationen darüber gehen auseinander. Die herrschende Meinung meint damit die Erinnerung an die harschen Lebensbedingungen und die Pioniertaten der frühen Siedler. Die Mindermeinung (geäußert von der Freundin in Kanada) geht in die Richtung, dass sie den Siedlern es nicht verzeihen wirdm, dass sie sich in einer so fies kalten und landschaftlich eher reizlosen Gegend (ist topfeben dort) niedergelassen haben.

Aber nun ist's auch wieder gut mit dem Französisch. :-)

Georg hat gesagt…

Wieso "topfeben"? Der Mont Royal ist immerhin flotte 233 Meter hoch. Bezeichnend ist aber, dass per Dekret kein Gebäude gebaut werden darf, das höher als der Berg^H^H^H^HHügel ist. :-)

Alexander hat gesagt…

Georg: Ist ja richtig mit den 233 Metern Mont Royal -- aber die Umgebung ist nun wirklich flach. Ich hatte mir Kanada immer durchweg hügelig vorgestellt.