Freitag, Februar 17, 2006

Warum ich demnächst umziehe (Teil 1)

"Stark raving mad" sind wohl die drei treffenden Wörter, um meine
Nachbarin zu beschreiben.



Nachdem sie mich in der Nacht von Montag auf Dienstag zweimal mit
lauter Musik geweckt hat und ich daraufhin den Dienstag eher
zombie-mäßig vor Schlafwandel durch die Gegend gelaufen bin, hat sie
nun angefangen, das Haus anzuhübschen. Ein kleines Delphin-Figürchen
aus Porzellan sollte sich jeder auf seinen Briefkasten stellen. Auch
das Arrangement aus "Rose, falsch gehender Uhr und Stoffpüppchen" auf
der Fensterbank am Treppenabsatz ist herzallerliebst.



Doch als ich ihr heute die Wolldecke, die der Wind von ihrem Balkon
auf meinen geweht hat (aber wer hängt auch schon im Februar Wolldecken
auf den Balkon?), vor die Tür legen wollte, fand ich dort ein Ensemble
vor, das sowohl in Auswahl als auch Anordnung nicht zu toppen ist.





Ein wenig später kam "l'imbecile" nach Hause und das Programm ging
richtig los: Brutal laute Musik (aber kein Hartmut Engler...) und auf
einmal senkte sich ein lustiges, mit Fischmotiven geschmücktes
Badehandtuch von ihrem Balkon herunter, bis es vor meinem Fenster
flatterte. Toll, wenn man sich fühlt wie im Aquarium.



Dann sah ich sie, wie sie anfing, den Gehweg zu dekorieren. Wiederum
mit hübschen Stofftieren. Doch auf einmal waren die wieder weg,
stattdessen fing in der Wohnung über mir eine Schimpfkanonade bester
Manier an. Aber so richtig. Als ich mal kurz aus der Wohnung geschaut
habe, stellte ich fest, dass die ganzen Verhübschungen wieder
verschwunden waren.



Gestern morgen sprach ich eine andere Nachbarin an, die sagte, dass
wohl am Vorabend die Polizei dagewesen wäre, wegen des Mülls auf dem
Gehweg. Dann dämmerte es mir: Polizei -> Aufforderung zur
Verhübschungsentfernung -> Geschrei.



Gestern abend war es dann friedlich, vermutlich ist sie eingewiesen
worden (kein Scherz).



Epilog: Sie hat dennoch eine kleine Verhübschungsnische gefunden, wo
die Polizei nicht hinschaut: unser Kellereingang. Doch seht selbst!



Kommentare:

Torsten hat gesagt…

Hi Alex,
ich glaube, ich muss demnächst auch ausziehen, zumindestens wenn ich die Tiersammlung als Grundlage nehme.
Nur zum Glück ist es mein Haus und die Tiere meiner Kinder. Da kann ich zum Glück auch den Auszug der Tiere bestimmen.
Wünsche Dir alles Gute in der neuen Wohnung.

Sagst Du ihr, wo hin Du ziehst?
Wäre doch echt schade um das schöne Ambiente, dass Du sonst nicht mehr geniessen könntest ;-)

Alexander hat gesagt…

Die neue Adresse wird für sie ein Geheimnis bleiben. Es ist zwar schmeichelhaft, einen eigenen Stalker zu haben, doch auf dieses Vergnügen kann ich gut verzichten. :-)